|
Den sogenannten
"Formalien" kommt bei wissenschaftliche Arbeiten -
insbesondere solchen, die auch bewertet werden - eine nicht
unerhebliche Bedeutung zu. Daher sollte ein entsprechender
großzügig bemessener Zeitraum für die Beachtung der
formalen Richtlinien eingeplant werden.
Rechtschreibung,
Interpunktion
Korrekte Rechtschreibung und
Interpunktion werden vorausgesetzt. Häufungen von Fehlern führen
zu einer schlechteren Benotung. Ein großer Fehler ist es,
wenn man sich auf die automatische Rechtschreibkorrektur der
Textverarbeitung verlässt. Sie kann nur Fehler im einzelnen
Wort erkennen: "Maus" statt "Maut" wird
nicht als Fehler aufgeführt. Grammatikalisch falsche Sätze
und Zeichenfehler werden auch meistens nicht erkannt.
Umfang und Typographisches
Der Umfang eines
wissenschaftlichen Arbeit (hier: Seminararbeit) sollte 20
DIN A4-Seiten (+/-10 %) umfassen (DIN A4, 1 1/2-zeilig, 12
Punkt große Schrift, oberer und unterer Rand 2,5 cm, linker
Rand 2,5 cm rechter Rand 3,5). Die Seitenzahlbeschränkung
gilt nur für den Textteil.
Die Seiten der Arbeit werden
fortlaufend nummeriert. Für die Seiten vor dem Textteil
werden römische Zahlen verwendet, anschließend - wieder
mit 1 beginnend - arabische Ziffern.
In der Typographie werden
serifenlose Schriften (z.B. Arial) als schlechter lesbar für
lange Texte eingestuft. Aus diesem Grund findet man auch nur
höchst selten ein Buch, das mit einer serifenlosen Schrift
gesetzt ist. Die Serifen (z.B. "Times New Roman")
bilden für das Auge beim Lesen eine Linie, die das Nachführen
der Augen erleichtert. Daher wird empfohlen, für zusammenhängende
Texte eine Serifen-Schrift zu verwenden.
Wenn Blocksatz benützt wird,
sollte man sich um eine Silbentrennung bemühen, um nicht zu
große Lücken zwischen den Wörtern zu erzeugen, denn diese
machen es anstrengender, den Text zu lesen. Wenn "von
Hand" abgesetzt wird, muss Strg+- benützt werden.
Bestandteile einer
wissenschaftlichen Arbeit
Deckblatt
Das Deckblatt soll nach
diesem Muster aufgebaut sein (Layout beliebig; evtl. muss für
diese Seite der Seitenrand geändert werden):
RWTH-Aachen
Institut-Bezeichnung
Seminarkurs
[Titel] [Semester]
Titel
Seminararbeit
von
Vorname Name
Inhaltsverzeichnis
Hinweise zur Gliederung
Eine folgerichtige und in
sich geschlossene Gedankenführung erfordert eine Gliederung
mit Neben- und Unterpunkten in logisch einwandfreier Form,
d.h. Punkte, die in der Gliederung auf derselben Stufe
stehen, müssen inhaltlich und logisch den gleichen Rang
einnehmen, von einer übergeordneten Problemstellung
ausgehen und in etwa die gleiche Form der Überschrift
haben.
Die einzelnen Punkte der
Gliederung sind mit den entsprechenden Seitenangaben zu
versehen.
Im Text kann es
sinnvoll sein, zwischen einem Oberpunkt und dem nachgeordneten
Unterpunkt verbindende und strukturierende Sätze einzufügen.
In der Regel sollte ein
Gliederungspunkt nicht kürzer als eine halbe Seitesein.
Unterpunkte sollten keine
wortgetreue Wiederholung des übergeordneten Punktes
darstellen.
Die Untergliederung erfolgt
nach dem numerischen Gliederungsschema:
1
2
2.1
2.1.1
2.1.2
2.2
2.2.1
2.2.2
3
Checkliste:
Auf Punkt 1.1 muss 1.2 folgen
usw. (die letzten Ziffern ohne Punkt).
Es müssen jeweils mindestens
zwei Unterpunkte vorhanden sein, d.h. unter 1.1 müssen
mindestens 1.1.1 und 1.1.2
stehen.
Keine zu tiefe
Untergliederung, maximal 4 Stufen (z.B. 3.2.1.1).
Zahlen und Text jeweils
linksbündig.
Gliederungspunkte möglichst
nicht unterstreichen, nicht einrücken; Hervorhebung durch
Variation der Zeilenabstände,
Schriftgröße und/oder Fettdruck; keine Großschreibung,
keine Variation der Schriftarten.
Gliederungspunkte auf
absolute Übereinstimmung mit dem Text abgleichen (falls
nicht automatisch erstellt).
Die Gliederung wird mit dem
Titel der Arbeit überschrieben.
Die Gliederung wird von der
Seitennummerierung ausgenommen, die Seitennummerierung
beginnt auf der 1. Textseite (i.d.R. die Einleitung).
Vorwort
Dem Text einer Arbeit kann
ein Vorwort vorangestellt werden. Das Vorwort soll nur persönliche
Bemerkungen des Verfassers enthalten (z. B. Danksagung für
Hilfen bei der Materialsammlung).
Einleitung
Die Einleitung soll nicht
mehr als 10 % des Gesamttextes umfassen. Meist wird eine
thematische Einführung gewählt. Es findet eine Einbettung
der konkret behandelten Frage in einen größeren Rahmen
satt, etwa:
spezifische inhaltliche
Eingrenzung
Darstellung des Vorhabens:
Worum geht’s? Was wird wie und mit welchem Ziel gemacht?
Welche Frage soll
beantwortet, unter welchem Blickwinkel soll ein Text
gelesen, ein Problem gelöst
werden etc.?
Hinweise zum methodischen
Vorgehen
Evtl. Erläuterung der
Gliederung (warum wird gerade so gegliedert?)
Hauptteil
Im Hauptteil muss Folgendes
beachtet werden:
Zitate
Das Zitat sollte genau das
und nur das enthalten, was man mit dem Zitat belegen
möchte.
Ist die zu zitierende
Literatur unmittelbar zugänglich, so ist das Zitat der Primärquelle
zu entnehmen. Ist das nicht der Fall und muss es anhand sog.
Sekundärliteratur zitiert
werden, so ist diese Übernahme kenntlich zu machen (z. B.
durch: "zitiert
nach...." ).
Mit längeren wörtlichen
Zitaten ist sparsam umzugehen. Wörtliche Zitate sind da
angebracht, wo es auf den
Wortlaut ankommt. Sie müssen durch Anführungsstriche
kenntlich gemacht und in einer Fußnote ausgewiesen werden.
Auslassungen innerhalb der
Zitate sind durch drei Punkte zu kennzeichnen. Ergänzungen
des Zitats durch den Verfasser sind in runde Klammern zu
setzen und als solche zu kennzeichnen. Hervorhebungen, die
nicht im Original stehen,
müssen als solche erkennbar sein (z. B. durch den Hinweis:
"Hervorhebung vom
Verf.").
Auch nicht wörtlich übernommene
Gedankengänge sind durch Hinweis auf den zugrundeliegenden
Text als Übernahme durch eine Fußnote oder den Verweis
"nach..." bzw.
"vgl." deutlich zu machen. Sind die Gedankengänge
fast wörtlich übernommen,
gehören sie in ‚Einzelanführungszeichen‘.
Alle Hinweise auf die Fußnoten
werden im Text durch hochgestellte arabische Ziffern
(ohne Klammern) gekennzeichnet.
Ein anderes Zitierschema (als
das mit Fußnoten) setzt sich zunehmend durch. Es ist
das sog. Harvard-System. Hier wird im fortlaufenden Text auf
die Quelle verwiesen,
indem man den Namen des/der Autors/in, das Erscheinungsjahr
und die Seite angibt. Hat
der Autor in einem Jahr mehrere Bücher oder Artikel veröffentlicht,
aus denen zitiert wird, so wird der Jahresangabe ein a, b, c
etc. angehängt.
Beispiel:"........" (Mustermann, 2003 b, S. 3). Im
Literaturverzeichnis am Ende
der gesamten Arbeit findet sich dann die genaue
bibliographische Angabe zu der
benutzten Quelle.
Zitierweise
Zitatnachweise enthalten
mindestens: Verfasser, Kurztitel, Seitenzahl. Genauere
Angaben zu Titel,
Erscheinungsjahr und -ort sind in das Literaturverzeichnis
aufzunehmen.
Wird dieselbe Quelle mehrfach
zitiert, genügt vom zweiten Zitat ab die Nennung des
Verfassers mit dem Hinweis "a.a.O." (am angeführten
Ort) und der entsprechenden Seitenzahl. Bei Verwendung
mehrerer Quellen desselben Verfassers, ist zur Vermeidung
von Verwechslungen vom zweiten Male ab der Titel der
jeweiligen Quelle - evtl. in Kurzform - zu nennen. Wird
derselbe Verfasser auf einer Textseite mindestens zweimal
hintereinander zitiert, kann die zweite Quelle mit dem
Hinweis "Derselbe" (bei wörtlicher Wiedergabe)
oder "Vgl. derselbe" (bei sinngemäßer
Wiedergabe), bei gleichem Werk nur mit dem Hinweis
"Vgl. ebenda" mit Seitenzahl angegeben werden.
Auch indirekte Zitate werden
durch Fußnotenangabe im Text gekennzeichnet.
Beispiel:
Eine Kaufoption gibt dem Käufer das
Recht, ein zugrundeliegendes Gut in einer bestimmten Frist
oder zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem bestimmten
Preis zu kaufen.1
_____________________________
1. Vgl. Mustermann, Karl-Heinz (2003, S. 134).
Für das Zitieren aus dem
Internet wird folgende Zitierweise vorgeschlagen:
Name und Vorname des Autors
bzw. der Autoren (falls nicht bekannt: "o. V."),
Erscheinungsjahr (bzw.
"o. J."),
Titel des Beitrags
falls möglich weitere
bibliographische Angaben
Unique Resource Locator (URL)
und
Datum der Recherche.
Der URL setzt sich
folgendermaßen zusammen: http://hostname/verzeichnis/dateiname.
Fußnoten
Auch sachliche
Randbemerkungen des Verfassers, die über den eigentlichen
Inhaltsrahmen der Arbeit hinausgehen, sind in Fußnoten
aufzunehmen. Fußnoten werden vom Textteil der Seite durch
einen kurzen Strich abgegrenzt. Wenn sich die Fußnote auf
den ganzen Satz bezieht, steht die Ziffer nach dem schließenden
Satzzeichen; wenn die Fußnote sich nur auf das unmittelbar
vorangehende Wort oder eine unmittelbar vorangehende
Wortgruppe bezieht, steht die Ziffer vor dem schließenden
Satzzeichen. Fußnoten fangen immer mit Großbuchstaben an
und enden mit Punkten. Eine Fußnote kann, wenn dies
unvermeidbar ist, auf der folgenden Seite fortgesetzt
werden. Sie wird ohne eine Kenntlichmachung unter dem Text
der folgenden Seite, wieder durch einen Strich abgetrennt,
zu Ende geschrieben.
Fußnoten können jeweils am
Seiten-Ende aufgeführt werden oder gebündelt am Ende des
Kapitels oder der gesamten Arbeit stehen. Ob die
Nummerierung der Fußnoten die Arbeit durchläuft, oder in
jedem Kapitel oder auf jeder Seite wieder neu beginnt, ist
beliebig. Wichtig ist die Einheitlichkeit des Vorgehens in
der gesamten Arbeit.
Abbildungen
Graphiken, Tabellen etc.
werden einheitlich als Abbildungen behandelt. Der Vorteil
einer Abbildung liegt oftmals darin, dem Leser einer
wissenschaftlichen Arbeit komplizierte Sachverhalte klarer
darzustellen, als das mit einer rein verbalen Beschreibung möglich
wäre.
Die Schriftgröße für
Beschriftungen sollte 10 sein.
Alle Abbildungen der Arbeit
sind in einem Abbildungsverzeichnis aufzuführen. Dieses
wird dem Inhaltsverzeichnis nachgestellt und evtl. dem Abkürzungsverzeichnis
vorangestellt.
Tabellen und Abbildungen
werden fortlaufend nummeriert. Die Angabe der Quelle ist in
der Bildunterschrift (oder als Fußnote) erforderlich, wenn
sie aus fremden Arbeiten übernommen wurde.
Schluss
Dieser Teil kann mit einer Überschrift
versehen werden, die erkennen lässt, ob der Verfasser eine
Zusammenfassung seiner Ergebnisse, eine knappe Darstellung
seiner Thesen oder einen Ausblick auf ungelöste Probleme
beabsichtigt.
Neben einer notwendigen
Zusammenfassung des erarbeiteten Resultats empfiehlt sich
auch, eine Bewertung des Ergebnisses vorzunehmen. Außerdem
können ein Ausblick auf sich anschließende Probleme oder
Fragen, die Thematisierung eines Problems, welches im
Hauptteil nur anklang, der sich aber als wichtig erwies,
etc. formuliert werden.
Anhangsverzeichnis und Anhang
Hauptbestandteile eines
Anhangs sind ergänzende Materialien, wie z. B. größere
tabellarische und graphische Darstellungen, Fotokopien, längere
Quellentexte etc. Oft dient der Anhang im Rahmen von
empirischen Arbeiten der Abbildung des Fragebogens sowie der
Darstellung der statistischen Ergebnisse.
Die Abbildungen des Anhangs
werden fortlaufend nummeriert, wobei jedoch neu, d. h. unabhängig
von der Nummerierung der Abbildungen, durchgezählt wird.
Im Rahmen von Seminararbeiten
kann es durchaus sinnvoll sein, Experten zu interviewen.
Wichtige Ergebnisse dieser Interviews können in der Arbeit
unter Verweis auf das Gespräch angegeben werden. Ein
Verzeichnis der geführten Expertengespräche sollte
folgende Angaben enthalten:
- Name und Vorname des Gesprächpartners
- gegebenenfalls Funktion des
Gesprächpartners
- Ort und Termin, an dem das
Gespräch stattgefunden hat.
Dem Anhang ist generell ein
Anhangsverzeichnis voranzustellen.
Literaturverzeichnis
Je nach dem Inhalt der Arbeit
kann die Ordnung der Literatur und der Quellen nach
verschiedenen Kriterien vorgenommen werden, bzw. nach einer
Kombination mehrerer Kriterien. Die
geläufigsten sind:
- alphabetisch nach
Verfassern geordnet
- nach Art der Quellen
geordnet
- nach
Hauptgliederungspunkten der Arbeit geordnet.
Es werden nur die Quellen
angegeben, auf die im Text bzw. in Fußnoten Bezug genommen
wurde, und zwar in alphabetischer Reihenfolge nach den
Verfassernamen. Die einzelnen Angaben zur Bezeichnung von
Quellen im Literaturverzeichnis sind den Quellen selbst zu
entnehmen. Grundsätzlich enthält jede Quellenangabe vier
Hauptbestandteile, nämlich:
den (die) Namen und Vorname(n)
des Autors (der Autoren) (falls kein Autor bekannt ist, muss
die betreffende Quelle unter "o. V." alphabetisch
eingeordnet werden. Akademische Grade und Titel werden nicht
genannt),
das Erscheinungsjahr,
den Titel des Beitrags
bei Büchern, Dissertationen
etc. ist nur die Nennung des ersten Ortes nötig. Bei
zwei oder mehreren Orten
erfolgt der Hinweis "... u. a." (z. B. Berlin u.
a.).
Die Angabe des Verlages entfällt.
Beispiele:
Bei Büchern:
Verfasser, Vorname, Titel, Erscheinungsort Auflage, Jahr.
Bei mehreren Erscheinungsorten braucht nur der erstgenannte
angegeben werden.
Bei Beiträgen aus Büchern:
Verfasser, Vorname, Titel. In: Verfasser , Vorname (Hg.),
Buchtitel, Erscheinungsort Jahr
Bei Heften aus
Schriftenreihen:
Verfasser, Vorname, Titel. Schriftenreihentitel Nr. des
Bandes bzw. Jahrgang (Jahr) Seitenzahlen
Bei Artikeln in
Zeitschriften:
Verfasser, Vorname, Titel des Artikels. Titel der
Zeitschrift Jahrgang Nr. des Heftes (Jahr) Seitenzahlen.
Quellenverzeichnis
Ein LV wird zum
Quellenverzeichnis, wenn neben den Literaturangaben auch
andere Quellen (Karten, Gesetze, Archivalien u.a.)
aufgenommen werden.
Eine Trennung erleichtert die
Übersichtlichkeit.
Beispiel:
a) Literatur: ...
b) Karten: ...
c) mündliche Auskünfte: ...
|